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Schaltwerk einstellen

Die Technik des Schaltwerkes





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Befestigungsschraube
Parallelogramm
Schaltschwinge
Spannrad
Spannradschraube
Führungsrad
Rückholfeder
Schaltkabel
Klemmschraube
Klemmplatte
Einstellschraube

Schaltwerke werden von verschiedenen Herstellern in diversen Ausführungen und Qualitäten produziert. Die Schaltwerke unterscheiden sich in der Schaltkapazität ( 8-fach Ritzelkassetten bis 10-fach Ritzelkassetten), der Konstruktion, der mechanischen Fertigung (Qualität) und im Gewicht. Das Funktionsprinzip ist jedoch bei allen Schaltwerken gleich.
Das Schaltwerk wird am Wechselauge (siehe Teile am Velo) angeschraubt. Es wird mit dem Schalthebel via Schaltkabel betätigt. Dabei wird das Führungsrad durch das Parallelogramm seitwärts und nach unten oder oben verschoben. Das Parallelogramm hat einen Winkel von ca. 25°, das entspricht ungefähr der Abstufung der Ritzelkassette. Bei jedem Schaltvorgang verändert die Schaltschwinge ihre Position und hält so die Kette in einer konstanten Vorspannung.

Schaltwerke sind trotz der ausgeklügelten Technik recht robust gegenüber Verschmutzung. Auch langanhal-tender Regen oder Verschmutzung durch Staub können einem Schaltwerk nicht viel anhaben. Trotzdem kann es nach längeren Regenfahrten oder nach Fahrten durch Schnee und Schneematsch vorkommen, dass man den Schalthebel überziehen muss um in den nächst kleineren Gang zu schalten. Die Schaltgenauigkeit hängt aber auch von der Kabelführung ab.
Schaltungen deren Schaltkabel unten am Tretlager durchgeführt werden, sind anfälliger für Schaltprobleme als jene, deren Schaltkabel dem Oberrohr entlang gehen. Das hat folgende Gründe:




Wichtig! Ein gut eingestelltes Schaltwerk verstellt sich nicht von allein. Die Justierschrauben braucht man nur um den oberen und unteren Anschlag einzustellen. Sollte die Schaltung nach der Reinigung nicht einwandfrei funktionieren, kann die Schaltgenauigkeit mit der Einstellschraube am Schaltwerk oder am Schalthebel eingestellt werden.  

Das Schaltwerk reinigen

  1. Das Schaltwerk mit einem sauberen Lappen reinigen.
  2. Die Innenseite des Parallelogramms so gut wie möglich reinigen.
  3. Die Rückholfeder im Parallelogramm reinigen.
  4. Die Gelenke des Parallelogramms mit wenig Öl ölen
  5. Das Gelenk der Schaltschwinge ölen
  6. Das Gelenk am Wechselauge ölen.
  7. Das austretende Öl mit einem Lappen abwischen.
  8. Falls nötig, das Schaltwerk mit der Einstellschraube am Schaltwerk oder am Schalthebel fein justieren (siehe «Feineinstellung» weiter unten).

Schaltwerk justieren

Lässt sich trotz aller Pflege der kleinste und/oder grösste Gang nicht mehr schalten, muss das Schaltwerk mit den dafür vorgesehenen Einstellschrauben eingestellt werden.

 

Funktion der Justierschrauben A, B und C

Die Einstellung des Kettenwechsels erfolgt mit den drei Schrauben A, B und C. Mit diesen Justierschrauben stellt man die linke und rechte Endpositionen des Wechselarms bzw. den Abstand des Wechselrades zu den Ritzeln ein.

Mit der Schraube A stellt man den Abstand vom Ketten-führungsrad zu den Ritzeln ein. Je näher das Ketten-führungsrad an den Ritzeln steht, desto schneller und präziser ist der Schaltvorgang. Wenn nicht jemand mutwillig an dieser Schraube gedreht hat, gibt es da nichts einzustellen.

Mit der Justierschraube B positioniert man das Kettenführungsrad auf das kleinste Ritzel

Mit der Justierschraube C positioniert man das Kettenführungsrad auf das grösste Ritzel
Justieren auf das kleinste Ritzel

Am Pedalkurbel drehen und wiederholt am oberen rechten Schalthebel ziehen, bis der grösste Gang (kleinstes Ritzel) eingestellt ist.
Mit der Justierschraube B den unteren Anschlag so einstellen, bis das Kettenführungsrad bündig unter der äusseren Kante des kleinsten Ritzels steht.
Justieren auf das grösste Ritzel

Am Pedalkurbel drehen und wiederholt am unteren rechten Schalthebel drücken, bis der kleinste Gang (grösstes Ritzel) eingestellt ist.
Mit der Justierschraube C den oberen Anschlag so einstellen, bis das Kettenführungsrad mittig unter dem grössten Ritzel steht.

Damit ist die Basiseinstellung der Schaltung abgeschlossen. Testen Sie die Schaltung. Können alle Gänge sauber geschaltet werden ist die Arbeit beendet, andernfalls muss eine Feineinstellung vorgenommen werden.

Feineinstellung
Die Feineinstellung braucht Geduld und etwas Fingerspitzengefühl. Am Besten ist es, wenn das Hinterrad frei schwebend über dem Boden steht. Am geeignetsten wäre ein Montageständer, als alternative kann man auch eine Holzkonstruktion verwenden, auf der die unteren Streben des Hinterbaus aufliegen. Wenig vorteilhaft ist es, das Velo auf den Kopf (Lenker und Sattel) zu stellen, da der Kettenwechsel dann das Gewicht der Kette tragen muss. Dadurch liegen andere Bedingungen vor als im Normalbetrieb.


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Die Kette vorne auf den grössten Zahnkranz und hinten auf das kleinste Ritzel schalten.
Ohne an den Pedalkurbeln zu drehen hinten einen Gang höher schalten.
Am Pedalkurbel drehen.
Falls die Kette nicht oder nur mit mühe auf das nächst höhere Ritzel springt, zurückschalten und die Einstellschraube am Kettenwechsel eine halbe Umdrehung im Gegenuhrzeigersinn drehen, dann noch einmal bei Punkt zwei beginnen.

Die Schaltgenauigkeit für die Ritzel 1 – 6 in der gleichen Weise überprüfen und wenn nötig einstellen.
 
       
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8.
Die Kette vorne auf den mittleren Zahnkranz und hinten auf das grösste Ritzel schalten.
Nun schrittweise hinunterschalten.
Falls die Kette nicht sauber auf das nächst kleinere Ritzel springt, die Einstellschraube um etwa eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn drehen.
 

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