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Werkstatt, Wartung

Kette

Kette reinigen

Die Technik der Kette



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Aussenlasche
Kettenniete Innenlasche
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Lagerkragen
Rolle
Kettenglied
   

Eine Velokette besteht aus folgenden Einzelteilen:

Die Aussenlaschen, Innenlaschen und Rollen werden von Nieten zusammengehalten und bilden so Kettenglieder. Eine neue Kette besteht in der Regel aus 116 Kettengliedern. Mit der Kette mitgeliefert wird eine spezielle Niete, die mit einer Sollbruchstelle an einem Führungsstift befestigt ist. Die Niete hat verstärkte Enden, damit die Laschen zusammengehalten werden.
Der Wirkungsgrad der Kraftübertragung einer neuen Kette beträgt ca. 98%, damit das auch so bleibt, muss die Kette regelmässig gereinigt und geölt werden. (siehe Vergleich: neue Kette, verschmutzte Kette, rostige Kette).

Neue Kette

Verschmutzte Kette

Rostige Kette

Wird die Pflege vernachlässigt, sinkt der Wirkungsgrad erheblich und die Kette kann im Extremfall nicht mehr gerettet werden.


Wie die Kette verschmutzt


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Aussenlasche
Eindringende Schmutzpartikel
Eingedrungene Schmutzpartikel
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Kettenniete
Innenlasche

In der Abbildung oben sieht man, wie sich die Staubpartikel zwischen der Aussen- und Innenlasche ins innere des Kettengelenkes vorarbeiten. Haben die Staubpartikel einmal den Weg in die Spalten zwischen den Laschen gefunden, werden sie nach und nach durch die Drehbewegung in den Kettengelenken, ins Innere der Kette transpotriert.

Grundsätzlich sollte man die Kette sauber und leicht ölig halten. Das Öl muss innen sein, nicht aussen! Zu viel Öl an der Kette kann zur Folge haben, dass viel feiner Staub an der Kette kleben bleibt und sich allmählich in die Kettengelenke hineinarbeitet. Sitzt er einmal dort drin, ist er mit nichts wieder herauszuwaschen, auch nicht mit speziellen Kettenreinigungswerkzeugen wie man sie vielerorts kaufen kann.


Wie sich die Verschmutzung auswirkt


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Neue Kettenniete
Verschlissene Kettenniete
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Eingeschliffene Oberfläche

Der grössten Belastung ausgesetzt sind die Kettennieten und die Lagerkragen der Innerlasche, da sie die ganzen Zugkräfte aufnehmen müssen. Der dort abgelagerte Mikrostaub schmirgelt am Metall und das mit grosser Wirkung. Bei Extrembikern muss eine Kette bis zu 500 Kg Kraft übertragen, das presst die Lagerkragen mit enormem Druck an die Kettennieten und entsprechend schnell verschleisst die Kette.
Im Bild oben sieht man deutlich den Unterschied zwischen einer neuen Kettenniete (links) und einer verschleissten nach 6000 km mit eingeschliffenen Oberflächen (rechts). In der Mitte wo ein Spalt zwischen den Lagerkragen ist, ist ein Steg entstanden.


Die Kette reinigen

Reinigungsmittel

Alle Reinigungsmittel für Ketten sind Lösungsmittel, die Fett zersetzen. Nur so kann die Kette entfettet werden. Wird die Kette in einem Reinigungsmittel gebadet, wie das z.B. bei Kettenreinigungsgeräten der Fall ist, dringt das Lösungsmittel in die Kettengelenke ein und bleibt dort eine Weile wirksam. Wer die Kette nach der Reinigung zu früh ölt, riskiert, dass der Ölfilm in den Kettengelenken durch das Lösungsmittel zersetzt wird. Erhöhter Verschleiss der Kette ist die Folge.


Die Herstellerempfehlungen zur Trocknungszeit der gereinigten Kette müssen beachtet werden.  

Schmiermittel

Bei Kettenölen spielt die Viskosität eine Rolle. Tiefe Viskosität bedeutet dünnflüssig, hohe Viskosität bedeutet dickflüssig.
Öl mit tiefer Viskosität dringt schnell in die Kettengelenke ein. Die Kette bleibt aussen recht sauber, da nur wenig Staub an der dünnen Ölschicht kleben bleibt.
Nachteil:

Öl mit hoher Viskosität muss man länger einwirken lassen, bis es in die Kettengelenke eingedrungen ist. Es lässt sich nicht so leicht auswaschen, so dass die Ölintervalle länger sind.
Nachteil:


Reinigungsarten

Man kann die Kette reinigen mit

Reinigung mit Lappen

Die Reinigung der Kette mit einem ölgetränkten Lappen empfiehlt sich z.B. nach einer Velotour die über staubige Naturstrassen führte. Bei dieser Art der Reinigung wird der Staub von der Oberfläche der Kette entfernt und die Kette wird mit einer dünnen schützenden Ölschicht überzogen.

Reinigung mit Bürste oder Pinsel

Die Reinigung der Kette mit einer Bürste oder mit einem Pinsel empfiehlt sich wenn die Kette stark verschmutzt ist. Bei dieser Art der Reinigung geht es darum, den schwarzen «Teig » aus Öl und Staub von der Kette zu entfernen. Als Reinigungsmittel bieten sich an:

Gewisse Reinigungsmittel können Lacke und Kunststoffe angreifen. Informieren Sie sich vor der Anwendung solcher Reinigungsmittel über deren Anwendungsbereich.

Reinigung mit einem Reinigungsgerät

Die Reinigung der Kette mit einem Reinigungsgerät ist die komfortablere Alternative zur Reinigung mit der Bürste oder dem Pinsel. Tendenziell wird die Kette mit einem Reinigungsgerät noch etwas gründlicher gereinigt. Als Reinigungsgeräte bieten sich an:

Als Reinigungsmittel können die oben aufgeführten verwendet werden.

Wie gut Sie die Kette auch immer pflegen, der Verschleiss ist nicht zu verhindern, aber immerhin verlängert gute Pflege die Lebensdauer der Kette und der Wirkungsgrad bleibt hoch.


Eine Kette kann nur äusserlich gereinigt werden, was in den Gelenken ist bleibt drin!  

Im Winter ist die Pflege besonders aufwändig und manchmal fast aussichtslos. Salziger, schmutziger Schneematsch greift die Kette an und lässt sie in kurzer Zeit rosten. Passiert das mehrmals hintereinander, frisst sich der Rost ein und die Kette «erholt» sich auch nach einer Ölbehandlung nicht mehr. Im Bild unten sieht man deutlich den Unterschied zwischen einer «Winterkette» (links) und einer «Sommerkette» (rechts).

Die Lebensdauer einer Kette ist schwer zu bestimmen, da sie sehr von der Fahrweise, der Jahreszeit und der Pflege abhängig ist. Sie reicht von etwa 2000 bis 10000 km.