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Ernährung

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Fette

Fett ist als chemische Verbindung aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff aufgebaut. Durch Wasserabspaltung (Veresterung) bilden sich Glycerin und Fettsäuren. Der Glycerin-Anteil ist immer gleich, die Fettsäuren können jedoch gesättigt, einfach ungesättigt oder mehrfach ungesättigt sein. Die Fette haben bei unseren Ernährungsgewohnheiten einen Anteil von etwa 40 - 45% der aufgenommenen Nahrungsenergie, das ist eindeutig zu viel, da Fette die Entstehung von Krankheiten begünstigen und die sportliche Leistungsfähigkeit herabsetzen. Der durchschnittliche Bedarf liegt bei etwa 35%, beim Sportler sogar bei 20% der aufgenommenen Nahrungsenergie.

Trotzdem haben die Fette im Organismus viele nützliche und wichtige Funktionen zu erfüllen. Fett ist am Aufbau der Zellmembrane beteiligt und es bildet ein "weiches Bett " für alle Organe, es schützt sie, umgibt sie und hält sie fest an ihrem Platz. Auch das Unterhautfett ist ein schützendes Polster und isoliert den Körper gegen Kälte und Wärme. Als Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K übt es eine weitere wichtige Funktion aus. Das Depotfett bietet eine konzentrierte Energiequelle, die pro Gramm mehr als das Doppelte an Energie liefert als die Kohlenhydrate oder Eiweisse. Die Nutzung des Fettes als Energiequelle muss allerdings trainiert werden.

Vor allem die mehrfach ungesättigten, essentiellen Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst herstellen kann sind für den Organismus von Bedeutung. Ein Mangel daran führt zu Hautkrankheiten, Organveränderungen und Störungen im Wasserhaushalt. Sie sind vor allem in hochwertigen kaltgepressten Pflanzenölen (z.B. Olivenöl, Sonnenblumenöl) reichlich enthalten. Da sie wegen ihrer Doppelbindungen leicht oxidieren enthalten die natürlichen Öle gleichzeitig Vitamin E als Antioxidans. Für den Sportler wirken Antioxidantien leistungssteigernd, so dass auch aus diesem Grund mehrfach ungesättigte Fettsäuren für sporttreibende Personen wichtig sind.

Eine weitere Fettart die viel von sich reden macht ist das Cholesterin. Es wird zum Teil durch die Nahrung (nur tierische Nahrungsmittel enthalten Cholesterin) aufgenommen, aber auch im körpereigenen Stoffwechsel gebildet. Cholesterin ist lebensnotwendig, es ist die Vorstufe des Vitamins D3, welches indirekt für den guten Knochenbau verantwortlich ist, für die Gallensäure und es dient als Membranbaustein der Zellen.
In zu hoher Konzentration jedoch besteht die Gefahr von Arteriosklerose, da sich das Cholesterin an den Zellwänden abzulagern beginnt. Neuste Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass das Cholesterin die Zellwände nur in oxidierter Form angreift.
Produkte mit hohem Gehalt an oxidiertem Cholesterin sind:

Zum Braten sollte man ausschliesslich pflanzliche Fette verwenden, da sie kein Cholesterin enthalten und ihr hoher Vitamin E Gehalt die Linolsäure vor der Oxydation schützt.

Die Bedeutung des Fettes im Belastungsstoffwechsel

Wie weiter oben bereits angetönt muss die Nutzung des Fettes als Energiequelle zuerst trainiert werden. Der Körper muss zuerst "lernen" auf die Fettreserven als Energiequelle zuzugreifen. Das liegt daran, dass Fett mehr Sauerstoff zur Verbrennung braucht als Kohlenhydrate und der untrainierte Muskel auf die am schnellsten verfügbare Energiequelle zugreift. Durch regelmässiges Ausdauertraining bei geringer bis mittlerer Intensität beginnt der Muskel nach und nach auf Fettverbrennung umzustellen, was die Ausdauer des Sporttreibenden erheblich erhöht, da Fett als Energiequelle in weitaus höherem Masse zur Verfügung steht als Kohlenhydrate.
Mit der Zeit können Ausdauertrainierte über mehrere Stunden 70-90% des Energiebedarfes aus dem Fettstoffwechsel decken. Die Fähigkeit, auch bei höherer Intensität die Energie noch zu einem grossen Teil aus dem Fettstoffwechsel zu beziehen ist ein biochemisches Gütezeichen für eine gute Grundausdauer. Ausdauertrainierte Muskelfasern enthalten etwa zweieinhalb mal mehr Fett als Untrainierte. Für den Wettkampfsportler liegt der Vorteil eines gut trainierten Fettstoffwechsels darin, dass dadurch die begrenzten Kohlenhydratvorräte für einen Zwischen- oder den Endspurt zur Verfügung stehen.