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Velobekleidung

Faserkunde

In den letzten Jahren hat eine enorme Entwicklung im Bereich der Sporttextilien stattgefunden. Durch den Einsatz neuer Fasern gibt es optimale Sportbekleidung für jede Sportart und Jahreszeit. Wer im Sportgeschäft steht und etwas Passendes sucht, hat oft die Qual der Wahl. Die folgende Tabelle gibt, zusammen mit einem Steckbrief der wichtigsten Fasern, einen Überblick über die Herkunft und die Eigenschaften textiler Fasern.

 

Naturfasern
Chemiefasern
pflanzliche
Fasern
tierische
Fasern
natürliche Polymere
synthetische Polymere

Baumwolle,
Flachs,
Hanf,
usw.

Wolle,
Merino,
Kaschmir,
Seide

Vislose,
Cupro,
Acetat,
usw.

Polyamid,
Polyester,
Polyacryl,
Elasthan,
Polypropylen,
Polyurethan,
usw.

Für Sportbekleidung werden hauptsächlich Chemiefasern aus synthetischen Polymeren verwendet, da deren Reiss- und Scheuerfestigkeit die der Naturfasern übertrifft. Da sie nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen sind sie zudem schnelltrocknend und schmutzabweisend. Chemiefasern aus natürlichen Polymeren haben für die Sportbekleidung wenig Bedeutung, sie sind in der Tabelle nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Durch beimischen von Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle wird der Tragkomfort von Geweben aus Chemiefasern verbessert. Solche Mischungen werden vorallem für Unterwäsche, wo der Tragkomfort wegen dem direkten Hautkontakt am meisten zum Tragen kommt, verwendet.

Fasereigenschaften

Baumwolle wird aus der Blütenkapsel der Baumwollpflanze gewonnen. Die Fasern lassen sich hervorragend Spinnen und die daraus hergestellten Stoffe sind sehr angenehm zu tragen. Baumwolle kann bis zu 65% ihres eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen ohne zu tropfen. Diese an sich gute Eigenschaft ist aber im Bereich der Sportbekleidung nicht erwünscht, da nasse Stoffe an der Haut kleben und dadurch der Körper durch den Fahrtwind ausgekühlt wird. Baumwollfasern werden zu 5 bis 15% mit Chemiefasern gemischt um den Tragkomfort von z.B. Unterwäsche zu verbessern.

Merino, die Wolle wird aus dem Fell des Merinoschafes, welches in Südafrika und Australien vorkommt, gewonnen. Die Fasern sind sehr fein und stark gekräuselt und halten so durch Lufteinschlüsse den Körper warm. Aus dieser Faser werden hauptsächlich Trikots, Unterwäsche und Socken hergestellt.

Polyamid, bekannt als Nylon, hat von allen Fasern die höchste Reis- und Scheuerfestigkeit. Sie wird daher oft als Mischung mit Elasthan für Velohosen verwendet, da hier sehr hohe Abriebfestigkeit und gute Dehnbarkeit gefragt ist.

Polyesterist die Weltweit am meisten hergestellte Faser. Polyesterfasern sind licht- und wetterbeständig, überdurchschnittlich strapazierfähig, nahezu knitterfrei, pflegeleicht und lassen sich sehr gut mit Naturfasern mischen. Sie eignen sich daher bestens für strapazierfähige Kleidung im Outdoor-Bereich.

Polyacryl wird als gekräuselte Spinnfaser hergestellt, was beim fertigen Gewebe einen wollähnlichen Griff ergibt. Die Faser ist hervorragend geeignet für die Mischung mit Naturfasern. Wird Polyacryl zum Beispiel mit Wolle gemischt, filzt die Wolle nicht mehr und wird dadurch wesentlich pflegeleichter. Im Sportbereich wird sie vorallem für Jogginganzüge verwendet.

Elastan, besser bekannt als Lycra, hat als besonderes Merkmal eine sehr hohe Elastizität. Auch bei einer Dehnung um das vier bis siebenfache nimmt das Garn oder das Gewebe wieder seine ursprüngliche Form an. Mischungen mit Natur- oder anderen Chemiefasern ergeben Stoffe für Sportbekleidung mit hohem Tragkomfort.

Microfaser ist die Bezeichnung aller Chemiefasern aus Polyester oder Polyamid mit einer Filamentstärke von 0.3 bis 1 dTex (1 dTex heisst, 10000 m Garn wiegen 1g). Die Feinheit dieser Faser ermöglicht die Herstellung stark wasserabweisender, winddichter und robuster Gewebe die in der Regel zur Herstellung ultraleichter Jacken mit hohem Tragkomfort verwendet werden.

Gore-Tex ist ein atmungsaktiver, wasser oder winddichter, mikroporöser Membran, welcher Schweiss in Form von Wasserdampf nach aussen lässt, Regentropfen oder Wind jedoch keine Chance lässt nach innen durchzudringen. Der Membran wird meist als Laminat mit dem Trägerstoff verklebt.